Walldorfer Musiktage 2019 – Exoten

Exoten stehen im Mittelpunkt der "Walldorfer Musiktage 2019". "Freuen Sie sich auf spannende Begegnungen mit ungewöhnlichen Instrumenten, lernen Sie faszinierende Künstlerpersönlichkeiten kennen und lassen Sie sich von unerhörten musikalischen Raritäten verzaubern" – so lautet die Empfehlung des künstlerischen Leiters der "Walldorfer Musiktage", Dr. Timo Jouko Herrmann, für das städtische Festival 2019.

Mit dem diesjährigen Festivalkonzept betreten die Musiktage auch bislang ungewohntes Terrain, etwa wenn die in Walldorf aufgewachsene Zoologin Lydia Möcklinghoff das Publikum mit ihrem Programm "Ameisenbären mit Musik" in die Tropen entführt oder die Konzertbesucher bei einer musikalisch-kabarettistischen Expedition mit dem SeppDeppSeptett auf allerlei märchenhaft-skurrile Figuren treffen.

Begleitend zeigt der Luxor-Filmpalast zwei Filme über musikalische Außenseiter – Mozarts Zeitgenossin, die blinde Pianistin und Komponistin Maria Theresia Paradis, die Patientin des legendären – und ebenfalls "exotischen" – Arztes Franz Anton Mesmer war. In dem Film "Shine" wird die Geschichte des hochtalentierten Pianisten David Helfgott erzählt, der viele Jahre in einer psychiatrischen Einrichtung lebte und schließlich wieder auf die Bühne zurückkehrte.

PROGRAMM 2019

Auftakt – Die Nacht

"Wunderbar, dass es keine Componistinnen giebt"?

Die exotischen Geschwister der Klarinette

Film-Matinee "Licht" (2017)

Ameisenbären mit Musik

Film-Matinee "Shine – Der Weg ins Licht" (1996)

Acht auf einen Streich – Musikkabarett mit dem SeppDeppSeptett



Anja Lechner
Pablo Márquez

Donnerstag, 19. September, 19.30 Uhr

Rathaus-Atrium

Auftakt – Die Nacht

Werke lateinamerikanischer Komponisten sowie von Franz Schubert und Norbert Burgmüller

Anja Lechner, Violoncello
Pablo Márquez, Gitarre

Das von der Kritik hochgelobte Duo Anja Lechner und Pablo Márquez bringt in der selten zu hörenden Kombination von Violoncello und Gitarre unter anderem Franz Schuberts berühmte "Arpeggione-Sonate" zum Klingen. Ein Werk, das ursprünglich für ein Instrument, das man "Bogen-Gitarre" oder "Gitarre-Violoncell" nannte geschrieben wurde, das bereits zu Lebzeiten des Komponisten als Exot galt und heute praktisch ausgestorben ist. Den Kontrapunkt zu den romantischen Programmschwerpunkten bilden virtuose Werke zeitgenössischer lateinamerikanischer Komponisten, die mit farbenreichen Klängen und packenden Rhythmen für sich einzunehmen wissen.

nach oben


Trude Mészár
Henrike von Heimburg

Samstag, 21. September, 19.30 Uhr

Laurentiuskapelle, Kapellenweg 4 (Schlossplatz)

„Wunderbar, dass es keine
Componistinnen giebt“?

Werke von Fanny Hensel, Luise Adolpha Le Beau und Edvard Grieg

Pelion Duo
Trude Mészár, Violoncello
Henrike von Heimburg, Klavier

Jahrhundertelang galten Komponistinnen als exotische Randerscheinungen im männerdominierten Musikbetrieb. Nur wenige Künstlerinnen konnten sich angemessen Gehör verschaffen. Allzu oft wurden ihre künstlerischen Leistungen belächelt und ihre Werke als unnötige musikalische Nebenprodukte abgetan. Der Philosoph Otto Weininger attestierte Frauen gar eine generelle "Unfähigkeit zu abstraktem Denken" und sah darin den Grund für "das Fehlen genialer Komponistinnen". Die jungen Künstlerinnen des Pelion Duos widerlegen dieses Vorurteil eindrucksvoll und beweisen mit viel Spielfreude und großer Hingabe, welche weiblichen Ausnahmetalente es auch in früheren Zeiten gab.

nach oben


Volker Hemken

Esther Valentin

Sonntag, 29. September, 18.00 Uhr

Katholische Kirche St. Peter

Die exotischen Geschwister der Klarinette

Werke von Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann, Christoph Graupner, Luigi Cherubini u. a.

Volker Hemken, Sopran- und Bass-Chalumeau, Bassklarinette
Esther Valentin, Mezzosopran
Ensemble Operino

Die preisgekrönte Heidelberger Mezzosopranistin Esther Valentin und der Solobassklarinettist des weltberühmten Leipziger Gewandhausorchesters Volker Hemken stellen in diesem von geistlichen Werken geprägten Programm die exotischen Geschwister der Klarinette ins Zentrum des musikalischen Geschehens. Die große klangliche Affinität des warm tönenden Klarinettenklangs zur menschlichen Singstimme hat Komponisten vom Spätbarock bis in die Moderne immer wieder aufs Neue begeistert.

nach oben


Donnerstag, 3. Oktober, 11.00 Uhr

Luxor-Filmpalast

Film-Matinee "Licht" (2017)

Spielfilm von Barbara Albert nach dem Roman "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser über die blinde Wiener Komponistin, Pianistin und Sängerin Maria Theresia Paradis (1759 - 1824) – auch sie eine Exotin. Mit einer Einführung von Dr. Timo Jouko Herrmann, künstlerischer Leiter der „Walldorfer Musiktage“.

nach oben


Lydia Möcklinghoff

Samstag, 5. Oktober, 19.30 Uhr

Astoria-Halle

Ameisenbären mit Musik

mit der Forscherin und Autorin Lydia Möcklinghoff und der Band The Bär Necessities

Die in Walldorf aufgewachsene Forscherin und Buchautorin Lydia Möcklinghoff gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Ameisenbärenforschung. Ihre bei Feldstudien in Brasilien gemachten Erlebnisse bringt sie auf humorvolle Weise in Büchern, Vorträgen und Talkshows einem breiten Publikum näher. Zusammen mit der eigens gegründeten Band The Bär Necessities schafft sie es auf unterhaltsame Art, das Thema von akademischer Trockenheit zu befreien.

nach oben


Sonntag, 6. Oktober, 11.00 Uhr

Luxor-Filmpalast

Film-Matinee "Shine – Der Weg ins Licht" (1996)

Spielfilm von Scott Hicks über den außergewöhnlichen australischen Pianisten David Helfgott (*1947). Mit einer Einführung von Dr. Timo Jouko Herrmann, künstlerischer Leiter der "Walldorfer Musiktage".

nach oben


SeppDeppSeptett

Freitag, 11. Oktober, 19.30 Uhr

Astoria-Halle

Acht auf einen Streich

Musikkabarett mit dem SeppDeppSeptett

Die an der Musikhochschule Trossingen ausgebildeten Mitglieder des SeppDeppSeptetts – das übrigens eigentlich ein Oktett ist – vermischen in ihren vor Ideen nur so sprudelnden kabarettistisch-musikalischen Programmen Dadaistisch-Komisches mit höchster instrumentaler Virtuosität und großer schauspielerischer Hingabe. Das aus drei Hörnern, drei Trompeten, einer Tuba und einem Akkordeon bestehende Ensemble lässt selbst die erfahrensten Experten darüber staunen, was alles aus diesen Instrumenten herauszuholen ist und zeigt, dass man auch liegend, rennend oder hüpfend erstklassig musizieren kann.

nach oben


Kartenvorverkauf in Walldorf

Weitere Infos

nach oben

Alle Angaben ohne Gewähr - Änderungen vorbehalten